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| 04 Februar 2012 | Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami |
Tagung zu neuen digitalen SchnüffelwerkzeugenVor fünf Jahren organisierten sich europäische Innenminister unter Rädelsführerschaft der deutschen EU-Präsidentschaft in einer sogenannten „Future Group“, um auf die Weichenstellungen für die Polizeiarbeit der Zukunft Einfluss zu nehmen. Schon damals wurde von „gewaltigen Informationsmengen, die für öffentliche Sicherheitsorganisationen nützlich sein können“ orakelt: Der erwartete „digitale Tsunami“ würde demnach verheißen, Milliarden elektronischer Geräte in Echtzeit zu verfolgen und Verhaltensmuster ihrer NutzerInnen analysieren zu können. Inzwischen wird diese digitale Aufrüstung zunehmend spürbar und erreicht auch Soziale Bewegungen. Denn die neuen kriminaltechnischen Werkzeuge finden in den behördlichen Beschaffungsabteilungen begeisterte Abnehmer. Die Aufstände in nordafrikanischen und arabischen Ländern zeigen, dass die Produkte der neuen Generation skrupellos auch an autoritäre Regierungen verkauft werden. Ihr zunehmender Einsatz bewegt sich auch in Europa oftmals in einer rechtlichen Grauzone: Die Anwendungen liegen quer zur gegenwärtigen Gesetzgebung. Überkommene strafprozessuale und gefahrenabwehrechtliche Eingriffsgrundlagen tragen den neuen erweiterten Datenerhebungs- und Verwendungsmöglichkeiten kaum angemessen Rechnung. Insbesondere der zunehmende Einsatz von Soft- und Hardware durch Polizeien und Geheimdienste weckt staatliche Begehrlichkeiten nach immer weiteren Datenmengen und vollzieht sich bislang ohne eine nennenswerte gesellschaftliche Auseinandersetzung: Das Handy als polizeiliches Werkzeug zur Strafverfolgung und „Crowd Control“ Die Proteste gegen die Nazi-Aufmärsche in Dresden Anfang 2011 machten auf die polizeiliche Nutzung von Daten aus der Funkzellenauswertung (FZA) aufmerksam. Auf richterlichen Beschluss lieferten Provider Verkehrsdaten von Gesprächen oder SMS, darunter die Nummer beteiligter Anschlüsse, Beginn und Ende der Verbindung, IP-Adressen oder andere genutzte Dienste. Diese FZA tangierte die Rechte einer Vielzahl von Menschen, die offensichtlich nichts mit dem Ziel der Maßnahme zu tun hatten: In zwei Ermittlungsverfahren („Besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs“, „Bildung einer kriminellen Vereinigung“) wurden über eine Million Verbindungsdatensätze gespeichert und zu mehr als 40.000 Anschlüssen auch die zugehörigen AnschlussinhaberInnen ermittelt. Die so erlangten Daten nutzte die Staatsanwaltschaft zunächst auch für die zur Verfolgung geringfügiger Verstöße. Die in Ermittlerkreisen sogenannte „telekommunikative Spurensuche“ kann aber auch in Echtzeit genutzt werden, wie es bereits 2009 über eine von Nokia Siemens Networks in den Iran gelieferte Plattform berichtet wurde: Die staatlichen Milizen registrierten, wenn sich auffällig viele Mobiltelefone in Funkzellen eingebucht hatten. Dadurch wurden Spontanversammlungen schnell ausfindig gemacht. Um auch inaktive Mobiltelefone ins Radar von Verfolgungsbehörden zu rücken, werden sogenannte „Stille SMS“ versandt. Diese im Polizeijargon als „Ortungsimpulse“ bezeichneten SMS sind für die ausgeforschte Person unsichtbar. Mit diesem Trick zwingen die Polizeien und Geheimdienste die Provider, den Standort der Geräte bzw. Nutzer zu registrieren. Auf diese Weise verschickt allein die Polizei Nordrhein-Westfalens ebenso wie Schäubles Zollkriminalamt jährlich mehr als eine Viertelmillion „Stiller SMS“. Derart lokalisiert kann zur Ausforschung des/der Handy-Besitzers/Besitzerin ein sogenannter „IMSI-Catcher“ eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine mobile Überwachungseinheit, die gegenüber dem Telefon eine starke Funkzelle simuliert. Das Telefon bucht sich automatisch dort ein. Fortan können alle hierüber geführten Verbindungsdaten protokolliert oder Gespräche ohne Umweg in Echtzeit mitgehört werden. Vielfach laufen die Informationen in Lagezentren zusammen. Diese sogenannten „Monitoring Centers“ zur Visualisierung eingehender Informationen sollen den Behörden ein umfassendes Lagebild verschaffen und die Entscheidungsfindung und Führungsfähigkeit verbessern. Die Systeme sollen aber zunehmend miniaturisiert werden, um sie auch ad hoc für „Konferenzen, Großanlässe, Demonstrationen oder Entführungen“ nutzen zu können. Hierzu finanzieren EU-Mitgliedstaaten ebenso wie die Europäische Union (EU) Forschungsprogramme, um eine „automatische Aufdeckung von Bedrohungen“ zu befördern. Mathematik gegen Dissens – Computergestützte Repression Neben der üblichen polizeilichen Fallbearbeitung und Vorgangsverwaltung wird etwa Ermittlungssoftware eingesetzt, um Beziehungen in Datensätzen zu finden. Aufgebohrt mit „Zusatzmodulen“ kann die Software auf weitere Datenbanken zugreifen oder GPS-Überwachung einbinden. Die Software-Industrie verkauft Produkte zum „Data Mining“, die einen Mehrwert aus bislang unstrukturierter Information besorgen sollen. Laut Anbietern verwalten die Anwendungen Texte und Audio-Mitschnitte, Videos, Emails, Bewegungsprofile oder Handy-Ortungsdaten. Doch damit nicht genug: Auf zahlreichen Verkaufsmessen werden statistische Verfahren auch für die Polizeiarbeit beworben, die mittels „vorausschauender Analyse“ Kriminalitätsmuster erkennen und sogar Straftaten vorhersehen wollen. Einer der Marktführer bezeichnet die versuchte Vorhersage als „Evolution in der Verbrechensbekämpfung“. Auch das Internet wird längst mit allerlei Anwendungen ausgeforscht. Telekommunikationsanbieter sind zur Zusammenarbeit mit Verfolgungsbehörden verpflichtet und müssen technische Standards für „Lawful Interception“ (etwa „behördliches Abhören“) einhalten. Je nach Lage der Bürgerrechte setzen Regierungen Anwendungen zur „Deep packet inspection“ (DPI) ein, die den Internetverkehr nach Suchbegriffen filtern können. Weil immer mehr NutzerInnen ihre Kommunikation verschlüsseln (auch der Verkehr von Internettelefonie via Skype ist codiert), infiltrieren Polizeien und Geheimdienste die genutzten Rechner direkt. Diese behördlichen Hackerangriffe unterscheiden offiziell zwischen „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“ und „Online-Durchsuchung“ – eine Trennung, deren Machbarkeit von AktivistInnen grundlegend in Frage gestellt wird. Die Überwachung des Nutzerverhaltens im Internet bleibt indes nicht auf den eigenen Rechner beschränkt. Soziale Netzwerke, also Twitter, Facebook, Google+ oder StudiVZ müssen Verfolgungsbehörden ebenfalls auf richterliche Anordnung Daten herausgeben. Auch in öffentlichen Blogs und Chaträumen kann nach Auffälligkeiten, Interessen von Gruppen, Trends oder anderen Aussagen über Beziehungen zwischen Personen und Vorgängen gesucht werden. Zahlreiche Studien belegen den Wert dieser „Open Source Intelligence“ (OSINT). Demnach können Beziehungen unter Personen vollständig aufgedeckt werden, wenn nur acht Prozent der Gruppe ausgeforscht werden. Digitaler Selbstschutz, Rechtsschutz, Online-Petition? Gegenstrategien in den Wogen des „digitalen Tsunami“ Die beschriebenen Entwicklungen erfordern ein Umdenken nicht nur bei AktivistInnen. Auch RechtsanwältInnen, Antirepressionsgruppen und Bürgerrechtsorganisationen müssen sich den neuen digitalen Kriminaltechniken stellen. Die Skandale um die Nutzung von Funkzellenauswertung oder Staatstrojanern machen deutlich, dass die Technologien durch die gegenwärtige Rechtslage nur unzureichend erfasst und beschränkt werden. Die munteren Exporte entsprechender Hard- und Software werfen zudem weitgehende bürgerrechtliche und demokratietheoretische Fragen auf. Doch es gibt Möglichkeiten des Widerstands gegen die technokratischen polizeilichen Allmachtsphantasien. Betroffene wehren sich im Rahmen des Individualrechtsschutzes und skandalisieren die Ermittlungsmethoden und den mangelnden Grundrechtsschutz. Bürgerrechtsgruppen kritisieren die unverhältnismäßigen Datensammlungen, die eine Bevölkerung unter Generalverdacht und die Unschuldsvermutung damit auf den Kopf stellen. Auf Kampagnenebene wird die Forderung artikuliert, den Quellcode polizeilicher und geheimdienstlicher Überwachungssoftware offenzulegen – insbesondere bei Data-Mining-Programmen oder „vorhersagender Analyse“. Zumindest in deutschen aktivistischen Kreisen hat sich eine kritische Haltung in der Nutzung elektronischer Kommunikation herumgesprochen. Viele nutzen längst Dienste linker Internetanbieter, Email-Verschlüsselung oder die Absicherung eigener Rechner durch freie Betriebssysteme. Jedoch geht es nicht allein um eine technische Antwort auf den neuen digitalen Ermittlungseifer. Auf der Tagung wollen wir die verschiedenen Aspekte des „digitalen Tsunami“ erörtern. Nach der Darstellung ihrer technischen Funktionsweisen wollen wir uns der Frage widmen, was diese Entwicklungen für eine vorwärtsgewandte Antirepressionsarbeit und Netzpolitik von AktivistInnen, RechtsanwältInnen und BürgerrechtlerInnen bedeutet. Veranstalter: Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V., Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei/CILIP, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V., data:recollective, Kritische Jurist_innen der FU. Mit freundlicher Unterstützung der Holtfort-Stiftung. Das vollständige Programm ist unter http://euro-police.noblogs.org/2012/01/soziale-bewegungen-im-digitalen-tsunami/ einzusehen. | |
| Datum: | 04 Februar 2012 bis 04 Februar 2012 |
| Ort: | Südblock, Admiralstraße 1, 10999 Berlin-Kreuzberg | weitere Informationen: | Details » |
| 09 Februar 2012 | Control’s Other Side - 4th Interdisciplinary Annual Seminar of the Bielefeld Graduate School in History and Sociology |
| Overview We encounter forms of control in all realms of social life: internalized moral attitudes on the individual level; national or pre-national rules of law; governmental and non-governmental regulatory agencies attempting to contain potentially harmful developments. An observation of the process of how control is set up and maintained allows us to get a better understanding of the institutionalisation of social order. At the same time, the analysis of control may help to learn something about the sociocultural justifications, which enable such an order. Important changes in the mechanisms of control in modernity can be traced back to these discursive developments. Despite general compliance with controlling structures, there appears to be a frame of action for ’critical reflection’ towards the established institutions of control. Control can never be seized as a totality and no attempt at control is without contradictions and ambivalences. Even if dominant claims over control are not entirely balanced by resistance, oppositional and everyday practices disturb the sequences of control regimes by deliberately or unintentionally introducing functional mistakes, inconsequentiality, open or concealed critique. An analysis of control therefore forces us to study its limits: Where are measures of control thought to be unsuccessful? Where do attempts to obtain control fail because no internalisation of norms or legitimization of existing norms has taken place? How are new forms of control possible despite the danger that they themselves will be doubted or rejected? Where does the seemingly constant need for control come from? Which conflicts and tensions constitute different forms of relationships between controlling structures and the objects of the control? And finally: Where and how is control modified by its resisting powers? The interdisciplinary Annual Seminar of the BGHS this year focuses on the forces that limit, irritate, or modify control. The empirical or conceptual contributions should tackle the paradoxes, contradictions and ambivalences regarding control and discuss the social significance of control and its other side. We invite researchers (PhD level or advanced) to a productive exchange among the disciplines of history, sociology, economics, culture and literature studies as well as all others who can contribute to the topic. We welcome all contributions that deal with emergences, changes, disputes, failures and consequences of control regimes, stemming, for example, from the following research fields: 1. Control and political power This field sets out an approach to political power and the state in terms of their controlling functions. We are interested in presentations that view state control and the legitimacy of political power as interdependently connected with social activities and individual conduct. Since order institutionalized through government authority can fail to achieve sufficient acceptance, we also invite contributions which elucidate political power and state regulation as a field of different conflicts and tensions through examples from different social levels. The institutionalized and informal implementations of norms and sanctions are practices with which societies define what should be seen as right or wrong. As a consequence, deviance and crime do not exist as givens that can be diminished by implementing a tighter regime of control. Rather, the regimes themselves participate in creating individuals such as the delinquent or the criminal. We encourage contributions about this organization of norms via state institutions of jurisdiction as mechanisms of normalization and as sources for the genesis and definition of insecurity, crime, deviance and thus the creation of the “Other”. 2. Control and economy Economic survival depends on the need to make certain decisions about an uncertain future, and under those conditions, actors want to achieve as much control as possible. We are interested in presentations that analyse control in the economy from a number of perspectives, including (but not limited to) the following: Discussions on ‘political economy’ or ‘varieties of capitalism’, in particular on the way that corporations influence and the state regulates the market. (Relatedly, the effects of developments in economic theory could be given specific consideration.) While often viewed as simply ‘controlled’ by state and business organizations, the role of consumers as a third group of actors is pivotal in shaping the market through initiatives such as ‘fair trade’, by boycotts, initiatives to raise consumers’ awareness, calls for transparency and information equality, etc. We would like to stress that activity within the economic field controls, to an extent, its broader social, cultural and physical environments as well as being constrained by them. On that basis, we welcome papers that deal with this interplay, for example: the emergence of a ‘new spirit of capitalism’ (e.g. new forms of employee control in the ‘projective city’); changes in the perception of risk and responsibility (e.g. risk management, CSR, or other voluntary forms of control such as the ISO standards); or the role of economic actors and policy in concerns over climate change and ‘sustainability’. 3. Control and religion Since ancient times, religion has played a significant role in establishing and maintaining social order. The influence of religion can be traced on different levels from macro-institutional structures (i.e. in church-state relationships, comparative secularisms, etc.) down to individual agency (i.e. to norms and values, worldviews and aspirations). But religious control has also been questioned from within and without. Prophetic traditions have been influential correctives to religious power in most religious traditions, and religion has been used to formulate strong critiques of control – while the Enlightenment questioned religious control at large. The secularization thesis predicted a disenchanted world, with an individual freed of ‘superficial’ and ‘traditional’ control. But not only is (public) religion still very vivid in late modernity; religion also plays a role for innovation and change of social order, whilst at the same time also offering rationales for resisting such change. Phenomena such as Pentecostals in South America, Islamic fundamentalism, New Age counterculture, or holistic spirituality – to mention a few – may shed some light on control and its other side. How are religious forms – conformist and nonconformist, world renouncing and world affirming, individualized and organized – used to both establish and resist social control? We therefore especially invite proposals dealing with transformations of religions in their – at times ambiguous – relation to social order and control at various levels. 4. Control and nature To control nature has been an aim of science and technology since Francis Bacon’s traditional formulation. But this was not always the case. Nature for a long time counted as uncontrollable and as the encompassing setting for society. Which relationships did societies have with nature? How did the will to control and the means to control change over time? And in which regards does nature still retain some its uncontrollability and incalculability? Apart from this, the scientific control of nature itself requires control: After the great success of the natural sciences in the 19th and early 20th century, control’s other side becomes more and more obvious in the recent environmental and technological catastrophes: dying forests, Chernobyl, climate change – this is only the tip of the iceberg of disturbances and resistances that the control of nature now encounters. Science- and Technology studies, riskresearch and research in governance reflect those disturbances and the way that societies deal with them. Looking at Fukushima, the failure of technology and scientific control over nature seem more than just a current topic. But how do attempts to control and failures of control change over time? Are the different types of controls and its other side distinguishable? And what can we learn from that ambivalence of control in general? 5. Control and cultural discourses In every historical period and social context the production of arts and cultural discourses have always been objects of control and evaluation as main forms of representation of moral and of a cultural specificity of its time and space. How do such discourses nevertheless develop opposing points of view against established norms? What new social tendencies arise due to critique and resistance in mass media and arts? One example of the extreme threatening character of control of mass media and art is the restriction of freedom of opinion and of additional forms of representation in dictatorial societies, in which representatives of unofficial art or oppositional actors of media discourses are prosecuted. At the same time there are also controlling institutions in democratic societies that reveal their paradoxes and problems in attempts to influence the media discourses and the cultural production of their society. 6. Control and the body Self-control and the correct presentation of the body are important criteria to show the determination and discipline with which actors can claim to adhere to their societies’ virtues. At the same time sufferings can be used as positive semantics for the demonstration of compliance. In these examples, the body can be conceptualized as a medium but also as an object of external control or of self-control. Since health and prevention have appeared as new semantics, the distinctions between insanity and society, health and illness, normality and pathology become more important. Health is defined and thus constructed by the medical and the political-economical discourses. In the context of such discourses it could be interesting to discuss the following questions: How can the pathological, the abnormal, be normalized despite a social stigma. And when is it found, how can it be defined as unproblematic? How can control also be internalized as self-control? How does control over all expressions of the own body and soul and the ability to competently handle even unusual situations (expressed for example by the semantic of ’coolness‘) become important, despite the increased pressure for the individual to take responsibility? | |
| Datum: | 09 Februar 2012 bis 11 Februar 2012 |
| Ort: | Universität Bielefeld | weitere Informationen: | Details » |
| 28 Februar 2012 | Beschleunigung des Jugendstrafverfahrens und Prävention bei Mehrfachauffälligen (5. Jugendgerichtstag des Nordens, der Regionalgruppe Nord der DVJJ e.V.) |
| Prof. Klaus Boers von der Universität Münster er-forscht die Lebensverläufe junger Menschen unter der Perspektive delinquenter Entwicklungen und Phasen. Er wird in seinem Vortrag über neue Erkenntnisse der kriminologischen Längsschnittforschung berichten und prüfen, ob sie unsere gängigen kriminologischen Theorien von „dem Intensivtäter“ bestätigen. Gibt es typische Verläufe intensiver Delinquenz? Lassen sich Faktoren für Entstehung und Abbruch intensiver de-linquenter Phasen erkennen? Welche Wirkung haben justizielle Interventionen? Die Strafe soll der Tat auf dem Fuße folgen - allein die schnelle Reaktion auf Straftaten Jugendlicher und Heranwachsender soll erzieherisch wirksam und damit präventiv geeignet sein. Nur selten wird dieser kriminalpädagogische Glaubenssatz hinterfragt oder gar diskutiert. Dies wollen wir auf der Grundlage eines Vortrags von Prof. Dr. Andreas Mertens, der sich mit dieser Frage ausgiebig beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben hat, tun. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse wollen wir uns über verschiedene Konzepte informieren und diese zur Diskussion stellen, sowie die Verfahrensbeschleunigung und Prävention bei den Jugendlichen, die eine weitere „kriminelle Karriere“ befürchten lassen, miteinander verbinden. | |
| Datum: | 28 Februar 2012 bis 28 Februar 2012 |
| Ort: | Universität Hamburg, Fakultät Rechtswissenschaften | weitere Informationen: | Details » |
| 19 März 2012 | Jugend als soziales Problem? - Probleme der Jugend? |
Programm der Frühjahrstagung der Sektion Jugendsoziologie und der Sektion Soziale Probleme und Soziale Kontrolle der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ( DGS)Vom 6. bis 8. Mai 1982 wurde seitens der Sektion Soziale Probleme und soziale Kontrolle der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Bergischen Universität (damals noch: Universität/Gesamthochschule) Wuppertal unter dem Titel “Jugend - ein soziales Problem?” eine Tagung veranstaltet, die breite Resonanz fand. Ausgangspunkt war damals die zunehmende Besorgnis, dass Einstellungen, Attitüden, Orientierungsmuster, Handlungspräferenzen und Alltagsverhalten von Jugendlichen zu einem sozialen Problem stilisiert wurden. Dies erfolgte über öffentliche Diskurse, an denen Politiker aller Parteien, Massenmedien und Institutionen der Jugendhilfe beteiligt waren. Wir nehmen dies 30 Jahre später zum Anlass, danach zu fragen, ob sich an dem Phänomen selbst sowie an dessen wissenschaftlicher Beschreibung und Erklärung etwas verändert hat. Inhaltlich werden dabei vier Schwerpunkte behandelt:
Der erste Schwerpunkt der Tagung wird sein, die Beteiligung von Wissenschaft an der Konstruktion von Problemlagen bzw. der Identifizierung von Problemgruppen zu reflektieren. So ordnen Jugendforscher/innen Jugendliche über die Zuschreibung sozialer Merkmale, ethnischer Zugehörigkeiten oder religiösen Orientierungen in Kategorien. Sie dienen zur Analyse von Unterschieden in der Verbreitung skandalisierter Einstellungen und Verhaltensweisen. Damit werden bestimmte Gruppen von Jugendlichen oder die heranwachsende Generation insgesamt stigmatisiert, etikettiert sowie Vorurteile und Ressentiments ihnen gegenüber wissenschaftlich zementiert. Der zweite Schwerpunkt ist die Analyse der Problemdiskurse, ihrer Funktionen und der gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie entstehen und aufrechterhalten werden. Seit der Antike wurde die Entwicklung von Orientierungen und Verhaltensmuster bei der heranwachsenden Generation mit Argwohn betrachtet. Zu den Gründen gehören Ängste vor Kontrollverlust durch den sozialen Wandel. Auch befürchten Erwachsene, die Orientierungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen seien nicht tragfähig für den Fortbestand von Kultur, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft. Typischerweise werden darüber eine Intensivierung der sozialen Kontrolle sowie der erzieherischen Maßnahmen legitimiert. Im dritten Schwerpunkt geht es um die Frage, ob Jugend bzw. Jugendliche ein soziales Problem oder eine Ressource sind. Das bedeutet einmal eine empirische und theoretische Analyse zur Verbreitung problematisierter Einstellungen und Verhaltensweisen sowie ihre Veränderung über die Zeit. Was im Rahmen der Tagung von 1982 als relevant gesehen wurde - wie Drogenumgang, (Gewalt-)Kriminalität, Orientierungslosigkeit - wurde fester Bestandteil der Jugendforschung. Die Liste des Soziale-Probleme-Verhaltens könnte aus heutiger Sicht mühelos ergänzt werden, z.B. durch Koma-Saufen, Serientäterschaft, Rechtsextremismus, Medienumgang. Massenmedial bekräftigt, hält sich der Eindruck, Jugendliche würden bei der Suche nach Identität scheinbar mit immer extremeren Verhaltensweisen experimentieren. Auf der anderen Seite muss gefragt werden, inwiefern Jugendliche Trendsetter für sozialen Wandel sind und welchen Beitrag Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zur bzw. für die Gesellschaft leisten, z.B. durch Ehrenämter, Freizeitprojekte, FSJ/FÖJ, aber auch für die gesellschaftliche Zukunft. Im vierten Schwerpunkt werden Hintergründe herausarbeitet, die Jugendliche veranlassen, überproportional häufig als problematisch eingestufte Einstellungen, Orientierungsmuster und Verhaltensweisen zu zeigen. Dabei geht es auch um Probleme, die Jugendliche mit der Gesellschaft haben, ihre biographischen Erfahrungen und sozialen Lebensbedingungen, mit denen sie sich auseinander setzen müssen, und um die Aneignung von Kompetenzen, die sie benötigen, um die Anforderungen für eine in ihrem Sinne zufriedenstellende Lebensführung und Lebensgestaltung zu bewältigen. Es ist auch wichtig zu wissen, wie Jugendliche ihre Problem und Belastungen subjektiv wahrnehmen. Dabei sind sich selbst erfüllende Prophezeiungen denk-bar: Junge Menschen, die sich einen Platz in der Gesellschaft erkämpfen wollen, müssen sich auch mit den sozial und medial produzierten Bildern über „die“ Jugend auseinandersetzen und sie mit eigenen Zielvorstellungen und Idealen abgleichen. Sie können dabei auch die ihnen zugeschriebenen abweichenden Verhaltensmuster übernehmen. Anmeldungen zur Tagung an die gleichen Adressen bis zum 28.02.2012 an: juergen.mansel@uni-bielefeld.de (Sektion Jugendsoziologie) axel.groenemeyer@uni-dortmund.de (Sektion Soziale Probleme und Soziale Kontrolle) Die Tagungsankündigung und der Call for Papers ist auch unter folgender Adresse abrufbar: http://www.soziale-probleme.de/CfP_Jugend_soziales_Problem_2012.pdf. Weitere Informationen sind unter http://www.jugendsoziologie.de/ oder http://www.soziale-probleme.de/ verfügbar. | |
| Datum: | 19 März 2012 bis 20 März 2012 |
| Ort: | Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld | weitere Informationen: | Details » |
| 23 März 2012 | (Un-)Sicherheit, (Bio-)Macht und (Cyber-)Kämpfe: Kritische Theorieperspektiven auf Technologien als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung |
| Gemeinsame Frühjahrstagung der Sektion "Wissenschafts- und Technikforschung" der DGS, des Arbeitskreises "Politik, Wissenschaft und Technik" der DVPW und der TU Hamburg-Harburg, Arbeitsgruppe Arbeit-Gender-Technik Datum: 23./24. März 2012, Ort: TU Hamburg-Harburg OrganisatorInnen: Tanja Carstensen (TU Hamburg-Harburg), Susanne Schultz (Universität Hannover/Gen-ethisches Netzwerk e.V. Berlin), Joscha Wullweber (Universität Kassel) Gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Technologie haben eine lange Geschichte: So rankten sich bereits Konflikte um Spinn-, Web- und Dampfmaschinen, Eisenbahn, Elektrifizierung und Taylorisierung. In jüngerer Vergangenheit waren vor allem Atomenergie, Informations- und Kommunikationstechnologien, Bio- und Reproduktionstechnologien sowie Nanotechnologie Auslöser von Konflikten. Immer wieder haben diese Auseinandersetzungen eigene Protest- bzw. Gegenbewegungen hervorgebracht. Verhandlungen um Technologien finden dabei an unterschiedlichsten Orten statt: beispielsweise auf Demonstrationen, Blockaden, Sabotagen, Besetzungen, in Parlamenten und Gremien, in Massenmedien, als individueller Boykott und Widerstand im Verbraucherverhalten oder im Internet in Form von Hacker-Angriffen auf Webseiten. Technologie ist damit nicht ohne Berücksichtigung der Kämpfe und Kontroversen um ihre Entwicklung, Durchsetzung und Nutzung zu verstehen. In der sozialwissenschaftlichen Technikforschung ist es inzwischen zwar weitgehend /common sense/, Technologien in ihrer Entwicklung und ihren Auswirkungen als in gesellschaftliche Prozesse eingebettete Strukturen, Diskurse oder Artefakte zu analysieren, gleichzeitig fehlt in politikberatenden ebenso wie in empirischen Forschungssettings oftmals eine Verständigung darüber, in welche gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnisse Technologien eingebunden sind und inwiefern Technologiepolitik als konflikthaftes Terrain zu untersuchen ist. Ziel der Tagung ist es, Technologien als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und als konflikthaftes und umkämpftes Terrain zu analysieren. Es soll untersucht und diskutiert werden, in wessen Interesse, aufgrund welcher politischen Entscheidungen und gesellschaftlicher Kräftekonstellationen sowie innerhalb welches gesellschaftlichen Ordnungsrahmens bestimmte Richtungen in der Technologieentwicklung eingeschlagen bzw. beibehalten werden und inwiefern sich bestimmte Regelungsstrukturen historisch durchgesetzt und verstetigt haben. Zur Konferenz laden wir Beiträge ein, die sich dem Themenfeld "Technologie" und den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Technik aus verschiedenen kritischen Theorieperspektiven und auch mit empirischen Arbeiten annähern. Die Bedeutung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen kann dabei herausgearbeitet werden sowohl für die Entwicklung und Einführung von Technik (z.B. Förderpolitik bei Nanotechnologie oder Subventionierung von erneuerbaren Energien), bei der Gewinnung gesellschaftlicher Deutungshoheit über existierende oder in Entwicklung befindliche Techniken (z.B. Diskurse über Internet, Gentechnologie oder Atomkraft), als auch in der Objektivierung in Sachtechnik (vgl. die Brücken des Moses) sowie in Nutzungspraktiken (z.B. unterschiedliche Zugänglichkeit von Informationsressourcen in Abhängigkeit von Medien-Nutzungsgewohnheiten). Insbesondere freuen wir uns über Beiträge zu folgenden Themenfeldern:
Eine Buchpublikation wird angestrebt; über ihr Zustandekommen wird im Anschluss an die Tagung entschieden. Wir erbitten Zusammenfassungen vorgeschlagener Papiere bis zum 1.11.2011 mit einer Länge von maximal 300 Wörtern (an die OrganisatorInnen). Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis zum 1.12.2011. Tanja Carstensen (carstensen@tu-harburg.de) Susanne Schultz (susanneschultz@snafu.de) Joscha Wullweber (joscha.wullweber@uni-kassel.de) | |
| Datum: | 23 März 2012 bis 24 März 2012 |
| Ort: | TU Hamburg-Harburg | weitere Informationen: |
| 23 März 2012 | Fachtagung: Geschlossene Unterbringung in der Kinder- und Jugendhilfe |
Befunde und Forschungsperspektiven zu einem strittigen Modell am Beispiel der GITW LohneSeit Mai 2010 besteht die Geschlossene Intensivtherapeutische Wohngruppe (GITW) des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth in Lohne. Sie richtet sich an Jungen zwischen 10 und 14 Jahren, die hoch delinquentes und/ oder dissoziales Verhalten zeigen. Die Einrichtung hat Modellcharakter in Niedersachsen und wird von der Universität Vechta für drei Jahre forscherisch begleitet. Im Rahmen unseres Forschungsprojekts "Geschlossene Unterbringung strafunmündiger Kinder und Jugendlicher in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe" möchten wir Sie herzlich einladen zu einer ersten Ergebnispräsentation. Auf der vom Land Niedersachsen geförderten Fachtagung sollen Zwischenergebnisse der Begleitforschung vorgestellt, aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch kommentiert und gemeinsam diskutiert werden. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Um eine Anmeldung per E-Mail unter annika.gassmoeller(at)uni-vechta.de wird gebeten. | |
| Datum: | 23 März 2012 bis 23 März 2012 |
| Ort: | Universität Vechta | weitere Informationen: | Details » |
| 29 März 2012 | Kriminalität in der Krise |
Deutungen und Bewältigungsstrategien in Zeiten politischer und wirtschaftlicher KrisenKrisen sind Störungen der Ordnung und der Gewohnten. In der Aktualität sind sie stets von Ungewissheit geprägt. Sozialwissenschaftlich und historisch betrachtet weisen Krisen indes durchaus Regelmäßigkeiten auf. Sie können mit massiven gesellschaftlichen Verwerfungen einhergehen, zugleich aber auch die Voraussetzung für Neuschöpfungen oder Neujustierungen gesellschaftlicher Ordnung und Steuerungsformen sein. Aktuelle Krisenphänomene wie die Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008, aber auch länger andauernde Krisenwahrnehmungen, wie sie sich in neuen Formen integrierter Sicherheitspolitiken artikulieren, bilden den Anlaß, gesellschaftliche Strategien der Krisenbewältigung und ihre politischen und sozialen Folgen zu untersuchen. Die Kriminologie, die schon per Selbstdefinition eine Disziplin der Krisenbewältigung ist, nimmt hierbei eine besondere Rolle ein. Untersucht werden soll, welche Funktion klassischen kriminal- und sicherheitspolitischen Ordnungsinstanzen und entsprechenden Deutungsmustern (Schuld und Strafe, Opfer oder Täter, Gefahr und Sicherheit) zu kommt im Verhältnis etwa zu wirtschaftspolitischen Steuerungsansätzen, aber auch zu alternativen Konzepten gesellschaftlicher Partizipation. Tagungsorganisation: Bernd Belina, Michael Jasch, Susanne Krasmann, Arno Pilgram, Helmut Pollähne, Herbert Reinke, Dorothea Rzepka, Holger Ziegler. Das Programm der Tagung findet sich hier. Ein Anmeldeformular ist hier bereit gestellt und nützliche Informationen für Tagungsteilnehmer finden sich hier. | |
| Datum: | 29 März 2012 bis 30 März 2012 |
| Ort: | Bielefeld | weitere Informationen: | Details » |
| 16 April 2012 | Deutscher Präventionstag |
| Der 17. Deutsche Präventionstag findet am 16. und 17. April 2012 im Internationalen Congress Center (ICM) in München statt. Gastgebende Veranstaltungspartner sind die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern. Schirmherren des Kongresses sind der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude und der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Neben zahlreichen aktuellen Themen aus dem gesamten Arbeitsfeld der Kriminalprävention und angrenzender Präventionsbereiche befasst sich der 17. Deutsche Präventionstag schwerpunktmäßig mit dem Themenkomplex "Sicher leben in Stadt und Land". | |
| Datum: | 16 April 2012 bis 17 April 2012 |
| Ort: | Internationalen Congress Center (ICM), München | weitere Informationen: | Details » |
| 17 April 2012 | 16. Bundeskongress der Psychologinnen und Psychologen im Justizvollzug Deutschlands |
| Widersprüche erkennen – Dilemmata überwinden Der Strafvollzug ist voller Widersprüche und Dilemmata. Inhaftierte Täter erfahren die schlimmste Strafe, die ein Rechtsstaat verhängen kann: den Freiheitsentzug. Oftmals aber trifft es Menschen, die selbst von klein auf wenig Chancen auf ein prosoziales Leben hatten. Ihre Straftaten selbst sind aber oftmals schwerwiegend, brutal und für andere nicht nachzuvollziehen. „Resozialisierung“ klingt bei manchen Tätern fast zynisch, würde es doch implizieren, dass diese jemals einigermaßen sozialisiert waren. Gesetzliche Bestimmungen, die den Strafvollzug regeln, verändern sich nach aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Strömungen, und bestimmen somit den jeweiligen Arbeitskontext und Arbeitsauftrag von MitarbeiterInnen des Strafvollzugs. Legitimes Sicherheitsdenken und –streben, das vermehrte Wissen um Risikofaktoren, aber auch die mediale Überbewertung von tragischen Einzelfällen führen derzeit zu einer Betonung von Maßnahmen für Straftäter, die die Senkung der Rückfallgefahr zum Ziel haben. Dieser Druck kreiert eine eigene und neue Realität für Vollzugsbedienstete, die voller Einladungen zur Spaltung ist. Dies wiederum bereitet den Boden für Zugänge auf, die einfache Lösungen versprechen. Sei es der Ruf nach einem „hellseherischen“ Prognoseverfahren, oder der wirksamen rückfallverhindernden Interventionsform, die „flächendeckend“ anzuwenden wäre. Oder aber die "Erkenntnis", dass gar nichts helfen kann ausser der unbeschränkte Freiheitsentzug. Wir erleben eine Ausweitung der Sicherungsmaßnahmen bei manchen Tätern oftmals weit über das Strafende hinaus, und gleichzeitig fehlen uns aber gesetzliche Bestimmungen und die methodischen Möglichkeiten, die die Treffsicherheit derartiger Maßnahmen garantieren. Der allerorts herrschende ökonomische Druck wiederum kann zwar einerseits Sinnvolles unterbinden, gleichzeitig kann er aber auch dazu führen, die Probleme unter dem realistischen Zugang der Machbarkeit wahrzunehmen. Die Vollzugsrealität ist komplex, die Störungen der Klienten oftmals sehr schwer, das Arbeitsumfeld schwierig und nicht selten voller Destruktivität, und die Erwartungen der Gesellschaft unrealistisch. Wer sich in diesem schwierigen Kontext nicht den Zugang zu Professionalität verschafft, ist gefährdet zu scheitern oder auszubrennen. Professionalität heißt in diesem Zusammenhang, Widersprüche wahrnehmen, bewusstmachen, die Dilemmata kommunizieren und mit allen konstruktiven Kräften an Lösungen arbeiten. Nicht zuletzt bin ich selbst als Psychiater ein glatter Widerspruch als lokaler Gastgeber einer PsychologInnen-Konferenz. Daher meine Einladung an Sie: versuchen wir im Rahmen dieser Konferenz unseren Arbeitskontext in seiner Widersprüchlichkeit besser zu erkennen und zu verstehen, in einer Zeit, wo Oberarzt-Stellen in forensischen Kliniken mit PsychologInnen besetzt werden, und wo Psychiater Gastgeber von PsychologInnen-Konferenzen sind. Prof. Dr. Reinhard Eher, Vollzugsdirektion, Wien | |
| Datum: | 17 April 2012 bis 20 April 2012 |
| Ort: | Kardinal Koenig Bildungszentrum, Wien | weitere Informationen: | Details » |
| 20 April 2012 | Soziale Bewegungen in der Stadt – städtische soziale Bewegungen |
| Gemeinsame Tagung mit der Sektion „Stadt- und Regionalsoziologie“ und in Kooperation mit dem Institut für Kriminologische Sozialforschung am 20./21. April 2012 an der Universität Hamburg. Für Eric Hobsbawm sind Großstädte seit ihrem Entstehen für soziale Proteste geradezu prädestiniert, weil dort „Arme dicht beieinander wohnen“ und sie „Sitz der Macht“ sind. Neben spezifischen sozialen Beziehungen und Herrschaftsverhältnissen kommen auch die räumlichen Strukturen der Stadt und die physische Nähe der Akteure und Akteurinnen in den Blick, die für die Mobilisierungsfähigkeit und auch die Wirksamkeit städtischer Proteste von zentraler Bedeutung sein können. Großstädte sind wieder zu Orten sozialer Bewegungen geworden. Mit Slogans wie „oben bleiben“ (Stuttgart) oder „Recht auf Stadt“ (Hamburg) artikuliert sich heute auf unterschiedliche Weise ein Protest, der auf sich verändernde urbane Realitäten Bezug nimmt und dabei eine breite öffentliche und mediale Resonanz findet. Mit den zwei populären Beispielen lassen sich die Eckpunkte eines weiten Spektrums städtischer Bewegungen veranschaulichen: Auf der einen Seite versucht in Stuttgart eine breite Koalition, ein Großprojekt zu verhindern, von dessen Nutzen die Bürger und Bürgerinnen nicht überzeugt werden konnten, auf der anderen Seite ist in Hamburg ein Netzwerk von über 40 Initiativen entstanden, die vom autonomen Protest gegen Gentrification in St. Pauli bis zur Initiative zum Erhalt des Altonaer Museums reichen und zusammen unter dem von Henri Lefèbvre in den sechziger Jahren formulierten Slogan vom „Recht auf Stadt“ die dominierende Hamburger Stadtpolitik der „wachsenden Stadt“ in Frage stellen. Die Vielfalt von Themen, Anlässen, Akteurskonstellationen und Protestformen hat eine Unübersichtlichkeit geschaffen, die eine theoretische und politische Einordnung der sozialen Bewegungen schwierig macht. Städtische Bewegungen thematisieren sowohl Fragen sozialer Marginalisierung, Verdrängung und Ausgrenzung als auch vielfältige Aspekte des städtischen Lebens von der Gestaltung des öffentlichen Raums bis hin zur Verteidigung des lieb gewordenen Quartiers gegen ausländische Touristen und Touristinnen. Eher marginal erscheinende Initiativen wie solche für eine „barrierefrei Stadt“ oder auch Gagfah-Proteste stehen heute neben (ehemaligen) Mietboykott- oder Hausbesetzungsbewegungen, Anti-Gentrifizierungs-Kämpfen, „NOlympics-Kampagnen“ (Berlin 1993, München 2018) sowie „Community Garden-“ und „Not-In-My-Backyard (NIMBY)“-Initiativen. Neuere Bewegungen lassen sich danach unterscheiden, inwieweit sie ihre Bedeutung und Dynamik primär aus dem Lokalen gewinnen oder ihr Protest in globale und strukturelle Zusammenhänge eingebunden ist. Sind sie in diesem Sinne städtische soziale Bewegungen oder soziale Bewegungen, die sich in Städten artikulieren, weil die Akteure hier präsent sind? Aktuelle städtische Bewegungen scheinen damit nicht eindeutig einordbar zu sein. Fragen der sozialen Gerechtigkeit werden häufig mit Partizipationsansprüchen verknüpft, allerdings sind wohl nicht alle Initiativen mit emanzipatorischen und demokratischen Potentialen verbunden. Auch scheinen die Akteure und Akteurinnen in ihren Rollen und in ihrer Selbstreflexion ambivalent: (Ehemalige) „Pioniere“ und „Gentrifier“ können zu Kernakteuren des Protestes gegen Gentrification und zu „(a-typischen) Moralunternehmern“ (Scheerer) werden. Bürgerlich geprägte Proteste wie in Stuttgart lassen sich als Forderung nach einem Mehr an demokratischer Kontrolle der kollektiven Konsumtion städtischer Infrastrukturen interpretieren, aber auch als eine schlichte Verteidigung traditioneller bürgerlicher Positionen. NIMBYs können als Verteidigungskämpfe einer verunsicherten Mittelschicht, aber auch als offensiver Ausdruck einer „revanchist city“ (Smith) gedeutet werden. Es ist somit keineswegs ausgemacht, welche Initiativen und Bewegungen sich im Sinne Lefèbvres für ein „Recht auf Stadt“ einsetzen, indem sie gegen die stadtpolitische Konzentration auf Wettbewerb und Wachstum agieren, und welche sich im Sinne einer neoliberalen Governance in der Weise vereinnahmen lassen, dass die Ausweitung bürgerschaftlicher Partizipation hier mit einer Stadtpolitik einhergeht, die auf eine Ökonomisierung des Sozialen hinausläuft und die Opfer dieser Politik für ihre soziale Lage selbst verantwortlich macht. Ob städtische soziale Bewegungen Erfolg haben – und das heißt heute vor allem, ob es ihnen gelingt, Anerkennung für die Konstruktion eines sozialen Problems zu erlangen –, hängt von ihren jeweiligen Potentialen der Ressourcenmobilisierung und des ‚Framings’ innerhalb der sozialen und politischen Kontexte ab. Vom Framing und der jeweils dominanten Problemdefinition hängt es ab, ob, inwieweit und wie soziale Probleme in Städten artikuliert und damit mobilisierungsfähig werden – oder aber sozial-räumlich bearbeitet und verwaltet werden. Ein detailliertes Programm und ein Anmeldeformular ist unter der Adresse http://sektion.soziale-probleme.de/Programm_und_Anmeldung_-_Soziale_Bewegungen_in_der_Stadt_4-2012.pdf verfügbar. | |
| Datum: | 20 April 2012 bis 21 April 2012 |
| Ort: | Universität Hamburg, Allende Platz 1, Raum 250 | weitere Informationen: | Details » |
| 05 Mai 2012 | "Normalungetüme". Von der Gewaltphantasie zum 'Amoklauf' |
| 37. Jahrestagung des Arbeitskreises Politische Psychologie (DVPW) und der Arbeitsgruppe „Psychoanalyse, Gesellschaft, Kultur“ Der Call for Papers findet sich auf der Homepage des Sigmund Freud Institutes . | |
| Datum: | 05 Mai 2012 bis 06 Mai 2012 |
| Ort: | Sigmund-Freud-Institut, Frankfurt a. M. | weitere Informationen: | Details » |
| 21 Mai 2012 | Common Session (Frühjahr 2012) in Porto: Epistemology and Methodology as tools for a critical analysis |
| The next Common Session on Criminal Justice and Critical Criminology will be held in Porto (Portugal) from the 21st to the 23rd May 2012. Under the theme “Epistemology and Methodology as tools for a critical analysis” we invite all of you to bring us your work in order to question what critical analysis is and what its preferred subjects and research methods are. But feel free to submit any other work you might have! Nähere Informationen zur Common Session im Frühjahr 2012 in Porto werden in Kürze auf https://www.facebook.com/groups/12103675815/ (Facebbok) und http://commonstudyprogramme.wordpress.com/ bekanntgegeben. | |
| Datum: | 21 Mai 2012 bis 23 Mai 2012 |
| Ort: | Porto | weitere Informationen: | Details » |
| 29 Mai 2012 | 17. Suchttherapietage in Hamburg |
Schwerpunktthema: Sucht und PolitikDrogen- und Suchtpolitik ist der politische Bereich, der sich mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Zugangs zu psychotropen Substanzen und des Umgangs mit sozialen wie persönlichen Folgeproblemen befasst. Unter den suchtpolitischen Themen hat es in den letzten Jahren eine Verschiebung gegeben: Polarisierende Themen wie Belastungen durch offene Drogenszenen, der „Staat als Dealer“ oder Konsumräume, die den Drogengebrauch vermeintlich fördern, sind nicht verschwunden, aber stehen aktuell nicht mehr im Mittelpunkt gesundheitspolitischer Diskussionen und sind auch keine Wahlkampfthemen mehr. Schadensmindernde Ansätze in der Suchthilfe haben sich gesellschaftlich etabliert, es erfolgte die Ausweitung und Differenzierung der Substitutionstherapie u.a. mit der Einführung der Diamorphinbehandlung und eine Ausweitung der Substitution in Haftanstalten. Dennoch, Probleme wie die soziale Isolation, die mangelnden Integrationsmöglichkeiten, die Behandlung psychiatrischer und somatischer Komorbidität oder die Versorgungsprobleme älterer, multimorbider Drogenabhängiger sind nicht gelöst. Auch wenn die „klassischen“ illegalen Drogen gesundheitspolitisch aktuell an Relevanz eingebüßt zu haben scheinen, kann der Konsum illegaler Drogen und die damit verbundenen Probleme jederzeit wieder in den Vordergrund rücken.Neue Sucht-Themen wie die Regulierung des Konsums legaler Substanzen stehen derzeit im Mittelpunkt: So gibt es breite gesellschaftliche Diskussionen um den Nichtraucherschutz und das Gesetz „Zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“, dessen Umsetzung durch Rauchverbote und jeweilige Länderregelungen in der Gastronomie, teilweise mit Volksentscheiden, nach wie vor auf der politischen Tagesordnung steht. Jenseits der teilweise ideologisierten Auseinandersetzungen verdeutlicht dieses Beispiel die Möglichkeiten von politischer Regulation mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz und der Veränderung des soziokulturellen Klimas des Tabakkonsums.Einen weiteren Versuch der politischen Neuregelung gibt es im Bereich des Glücksspiels. Die geplanten Änderungen des 2011 auslaufenden Glücksspiel-Staatsvertrags mit neuen Auflagen beim gewerblichen Spiel und die kontrollierte Öffnung des Sportwettenmarktes bzw. des Internetangebots von Casinospielen versuchen die Aufrechterhaltung des staatlichen Monopols, den Spielerschutz und die Attraktivität des Angebots zu integrieren. Inwieweit das gelingt, ist noch offen.Suchtpolitik hat sich ausdifferenziert und ist pragmatischer geworden. Die genannten Aspekte sowie neue Initiativen und konzeptionelle Fragen in der Alkoholpolitik, im Bereich genereller Prävention, der Risikoprävention für spezielle Gruppen sowie der Suchtkrankenhilfe und Selbsthilfe stehen auf den Suchttherapietagen 2012 im Mittelpunkt. | |
| Datum: | 29 Mai 2012 bis 01 Juni 2012 |
| Ort: | Universität Hamburg, Von-Melle-Park 8 | weitere Informationen: | Details » |
| 06 Juni 2012 | International Conference: Global Perspectives on Justice, Security and Human Rights |
| Throughout the world, societies are facing dramatic and rapid change—demographically, socially, technologically, politically and economically. These changes are often accompanied by transformations in justice policy and practice. Protecting the freedom and liberty of citizens, ensuring justice, and maintaining public safety can create practical, ideological, and social tensions both within and between nations. International, comparative and multi-cultural perspectives are needed to address many of today's pressing world issues, from human rights abuses, to transnational crime, and ethnic conflicts. The forces driving social change in this century affect all countries. When crime has no national borders, international cooperation seems a rational response—a move which is welcomed by many governments. At the same time, embracing international identities and cooperation to combat crime or to further social justice can conflict with local governmental policies and practices or with local social norms. We are soliciting proposals reflecting scholarly work that correspond with these themes, to be included in the conference presentations, panels, and posters. Papers submitted may address a broad range of issues including, but not limited to:
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| Datum: | 06 Juni 2012 bis 09 Juni 2012 |
| Ort: | John Jay College of Criminal Justice, New York City | weitere Informationen: | Details » |
| 11 Juni 2012 | Stockholm Symposium |
| The seventh consecutive Stockholm Criminology Symposium will be held June 11-13, 2012. Following the research interest of the prize winner, the main theme will be Focusing on Victims of Crime – Comparing Crime Patterns and Improving Practice. As usual, there is also a general theme on Contemporary Criminology. This theme covers a broad range of areas of criminology and crime policy and provides an updated overview of the current state of knowledge. Find complete call for papers and guidelines on how to submit an abstract here. | |
| Datum: | 11 Juni 2012 bis 13 Juni 2012 |
| Ort: | Stockholm City Conference Center | weitere Informationen: | Details » |
| 03 Juli 2012 | British Society of Criminology Conference 2012: Criminology at the Borders |
| The conference will be themed around ‘Criminology at the borders’. A postgraduate conference will be held prior to the main conference (3–4 July). The conference coincides with the twentieth anniversary of ICJS and will look to bring together academics and practitioners operating at the cutting edge of thinking on crime and justice. Conference streams will focus on:
The programme includes keynote talks from:
Features of the 2012 conference include:
The call for papers will be open January 2012. For more information or to book a place on the conference, please visit www.port.ac.uk/bsc2012. T: 023 9284 3986 E: bsc2012@port.ac.uk | |
| Datum: | 03 Juli 2012 bis 04 Juli 2012 |
| Ort: | weitere Informationen: | Details » |
| 04 Juli 2012 | The British Society of Criminology - Annual Conference (2012) |
| The conference will be themed around ‘Criminology at the borders’. A postgraduate conference will be held prior to the main conference (3–4 July). The conference coincides with the twentieth anniversary of ICJS and will look to bring together academics and practitioners operating at the cutting edge of thinking on crime and justice. Conference streams will focus on:
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| Datum: | 04 Juli 2012 bis 06 Juli 2012 |
| Ort: | University of Portsmouth, Institute of Criminal Justice Studies | weitere Informationen: | Details » |
| 09 Juli 2012 | VII International Conference on Cultural Policy Research (ICCPR 2012) |
| Cultural policy has changed significantly, half a century after its invention as a category. The perspective of welfare has been substituted by the perspective of development; the logic of governance has superseded the logic of government. These changes can only be understood in the broader context of the changes that culture and politics have experienced during this time. The globalization of culture, its digital mutation, its enhanced weight in social and economic dynamics - all these factors influence the transformation of relations between culture and politics, and so also the definition and problems of cultural policy. The same happens with the mediation of politics, with its growing complexity (between the global and the local, the public and the private), and with its multicultural problems. The study of cultural policy should thus be opened up today for the consideration of the broader frameworks that constitute this object: culture and politics. The ICCPR 2012 organized by the Centre for the Study of Culture, Politics and Society (CECUPS), University of Barcelona, in collaboration with the International Journal of Cultural Policy, is intended to address the challenge of rethinking cultural policy analysis from the broader parameters of the relationship between culture and politics. From an academic and interdisciplinary perspective, open to both the social sciences and humanities, this conference will discuss the various aspects of the relationship between culture and politics. On the one hand, it will examine institutionalized cultural policy in its configurations, orientation and dynamics, as well as its impact, intended or unintended, on the structures that constitute the cultural sphere. Beyond this bounded area, on the other hand, it will also consider the projection of politics in the configuration of the social through culture, whether in the traditional way of symbolic control or the assertion of identity, or through the most recent policies of development, creativity and diversity. Conversely, it will also consider culture - the cultural and artistic action displayed by creators, citizens and civil society - as a tool of political action, mobilization or conflict. The relationship between culture, politics and cultural politics will thus be addressed in its entirety. The Barcelona conference will involve the participation of reputed scholars from all over the world. It will be an occasion of great interest, both for the high international level of the meeting as well as for the fact that the event will be held in Barcelona, a very accessible and attractive city. The conference is expected to be an academic success. I am inviting you to take advantage of it. The call for papers has already been posted at the conference website. Arturo Rodriguez Morato Conference Chair Director of CECUPS (University of Barcelona) | |
| Datum: | 09 Juli 2012 bis 12 Juli 2012 |
| Ort: | University of Barcelona | weitere Informationen: | Details » |
| 12 September 2012 | 12th Annual Conference of the ESC |
| 12th Annual Conference of the European Society of Criminology | |
| Datum: | 12 September 2012 bis 15 September 2012 |
| Ort: | Bilbao, Spain | weitere Informationen: | Details » |
| 01 Oktober 2012 | 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie |
Vielfalt und ZusammenhaltDer 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der vom 1. bis zum 5. Oktober 2012 an der Ruhr-Universität Bochum und an der Technischen Universität Dortmund stattfindet, wird sich mit dem Thema „Vielfalt und Zusammenhalt“ beschäftigen. Damit bietet sich der Soziologie als Profession wie auch dem interessierten Publikum eine hervorragende Gele-genheit, um die Herausforderungen, aber auch die Chancen neuer gesellschaftlicher Komplexität im Lichte aktueller Forschungsbefunde zu diskutieren. In der Soziologie fokussieren Begriffe wie Individualisierung und Pluralisierung, Multioptions- oder multikulturelle Gesellschaft, aber auch Inklusion und Exklusion, Fragmentierung und posttraditionale Vergemeinschaftung unterschiedliche Aspekte des zeitgenössischen sozialen Wandels. Die Vielfalt von normativen Orientierungen, von Lebenslagen und Lebensstilen, von neu entstehenden und sich beständig wandelnden sozialen Milieus, von ethnisch-kulturellen Gemeinschaften und von Geschlechterorientierungen wird in unterschiedlichen soziologischen Traditionen jeweils spezifisch adressiert: einerseits unter dem Gesichtspunkt von Gefahren für sozialen Zusammenhalt, andererseits unter den Aspekten von kreativer Weiterentwicklung und sozialer Innovation. Während die – von Vielen als wachsend wahrgenommene – Pluralität sozialer Lebensäußerungen und -formen also einerseits als Bedrohung des ‚sozialen Bands‘ thematisiert wird, erscheint sie andererseits geradezu als Voraussetzung und grundlegender Mechanismus der Stiftung (neuer) sozialer Bindungen. Aus soziologischer Perspektive nehmen mit erweiterten Figurationen sozialer Vielfalt auch die möglichen Ausgestaltungsformen sozialen Zusammenhalts zu. Dieses Spannungsverhältnis von Vielfalt und Zusammenhalt gegenwärtigen gesellschaftlichen Lebens steht im Mittelpunkt des 36. Kongresses der DGS. Nähere Infprmationen zum Schwerpunktthema des Kongresses finden Sie hier. | |
| Datum: | 01 Oktober 2012 bis 05 Oktober 2012 |
| Ort: | Bochum/ Dortmund | weitere Informationen: | Details » |
| 14 November 2012 | Jahrestagung der American Society for Criminology (ASC) 2012 |
| The 2012 meeting will take place November 14 - 17, 2012 in Chicago, IL at the Palmer House Hilton Hotel. The theme for the meeting is Thinking About Context: Challenges for Crime and Justice. Please direct all questions to crim-asc2012@uc.edu or (513) 556-2746. | |
| Datum: | 14 November 2012 bis 17 November 2012 |
| Ort: | Chicago, IL, USA | weitere Informationen: | Details » |
| 12 Dezember 2012 | Fußball und Fans – Wissenschaftliche Perspektiven |
| Der Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum richtet am 12. und 13. Dezember 2012 eine Konferenz zum Thema „Fußball und Fans“ aus. Die Veranstaltung wird in Bochum stattfinden. Ab sofort können zu den folgenden Themenbereichen Abstracts bei den Veranstaltern eingereicht werden: Fankultur und Fanverhalten, Pyrotechnik, Fan- und Sicherheitsbeauftragte, Stadionverbote, Kommerzialisierung und Vermarktung, Gewalt im und um das Stadion, Veranstaltungsmanagement und Organisation, Polizei, Öffentliche Sicherheit sowie zum Thema Sicherheits- und Ordnungsdienste. Einsendeschluss ist der 13.05.2012. Die Abstracts sollen das Thema sowie die wesentlichen Inhalte des geplanten Beitrages enthalten (max. 250 Worte) und sind zu richten an fussballgewalt@rub.de. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Lehrstuhls für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum: http://www.kriminologie.ruhr-uni-bochum.de/. | |
| Datum: | 12 Dezember 2012 bis 13 Dezember 2012 |
| Ort: | Ruhr-Universität Bochum | weitere Informationen: | Details » |


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