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Chat-Protokolle des mutmaßlichen WikiLeaks-Whistleblowers Bradley Manning veröffentlicht

Am 20. Juli 2011 gepostet von Christine

Letzte Woche wurden nun die kompletten Chat-Protokolle des mutmaßlichen WikiLeaks-Whistleblowers Bradley Manning veröffentlicht. Vor über einem Jahr wurden nur einige Ausschnitte publik gemacht, was die Verantwortlichen u.a. mit dem Schutz von Mannings Privatsphäre begründeten.

Der Soldat Bradley Manning soll angeblich eine geheime Videoaufnahme auf WikiLeaks veröffentlicht haben, die den Beschuss irakischer Zivilisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber vom 12.07.2007 in Bagdad zeigt. Ebenso wird er mit der Veröffentlichung der vertraulichen internen Berichte US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks in Verbindung gebracht.

Inzwischen wurde er u.a. der Kollaboration mit dem Feind angeklagt, wofür er im Falle einer Verurteilung sogar die Todesstrafe erhalten könnte. Er saß monatelang in Einzelhaft im Militärgefängnis von Quantico in Virginia unter Bedingungen, die in den USA selbst und auch auf der ganzen Welt als inhuman oder sogar als Folter bezeichnet wurden und zu Protesten führten.  Während er teilweise als Held gefeiert wird, gibt es auch zahlreiche Stimmen in den USA, die ihn als Verräter sehen und für ihn die Todesstrafe fordern (vgl. z.B. Bradley Manning: Hero or villain?).

Nun ergeben sich aus den Chat-Protokollen neue Gesichtspunkte für Mannings Motivation – sofern er tatsächlich die Informationen an WikiLeaks weitergeben hat. Der Spiegel schreibt dazu in seiner neuen Ausgabe (Der Spiegel 29/2011, 81):

Sollten die Chats authentisch sein, widerlegen sie eindrucksvoll das Bild des gewissenlosen Vaterlandsverräters, das sich viele Amerikaner bisher von Manning machen. Mit den moralischen Begründungen, die er für sein Handeln vorbringt, erfüllt Manning die Kerndefinition eines „Whistleblowers“, eines Informanten, der Missstände aufdecken will.

Damit bietet sich neuer Stoff für die immer wieder geführte Diskussion, ob Whistleblower Helden oder Verräter sind, welche Rolle sie bei der Aufdeckung von Verbrechen spielen und inwieweit sie gefördert und geschützt werden sollten.

Einige Überlegung in diese Richtung, insbesondere inwieweit Whistleblowing bei der Prävention und Kontrolle von Verbrechen der wirtschaftlich und politisch Mächtigen beitragen kann, stehen hier zur Verfügung:

Christine Kirsch, Whistleblowing als Kontrollinstrumen der „Kriminalität der Mächtigen“, Studienarbeit zum Seminar „Repressive Verbrechen“ bei Prof. Scheerer im SS 2011

Die kompletten Chat-Protokolle können hier abgerufen werden.

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Kategorie: Devianz und Kriminalität, Folter, Kontrolle und Sanktionen, Kriminalpolitik, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Prävention, Recht und Gesetz, Wirtschaftskriminalität Stichworte: Bradley Manning, Whistleblowing, Wikileaks

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Coleman Callsen schreibt

    12. August 2011 um 15:38

    Endlich mal wieder ein witziger Kommentar. Vielen Dank!

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