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Theorien abweichenden Verhaltens

Artikel/ Bücher zur Einführung

Kunz KriminologieKarl-Ludwig Kunz: Kriminologie

Das von Karl-Ludwig Kunz vorgelegte Lehrbuch will sowohl Bestandsaufnahme als auch Nachschlagewerk sein – und das klappt erstaunlich gut. Wer hier etwas sucht, wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch schnell fündig. Dabei kommt weder ein Einblick in die Geschichte der Kriminologie noch ein Überblick über die gängigsten Kriminalitätstheorien zu kurz. Das letzte Viertel des Buches (in der mir vorliegenden 4. Auflage) widmet der Autor einem (oftmals kritischen) Blick auf kriminalpolitische Themen und ihre kriminologische Relevanz und stellt damit einen anschaulichen Praxisbezug der Kriminologie her.

Lamnek - Theorien abweichenden VerhaltensSiegfrid Lamnek: Theorien abweichenden Verhaltens 1: “Klassische” Ansätze + Theorien abweichenden Verhaltens II: Moderne Ansätze

Das zweibändige Werk des Soziologens Siegfried Lamnek stellt das umfangreichste der hier vorgestellten Einführungswerke dar. Band 1 beinhaltet neben den populärsten Kriminalitätstheorien (von der Klassischen Schule bis hin zum Labelling Ansatz) eine umfangreiche Einleitung zum Normbegriff.

Band 2 beschäftigt sich mit Theorien, die der radikalen oder kritischen Kriminologie zugerechnet werden. Der Fokus des zweiten Bandes ist sehr viel mehr praktisch ausgerichtet und es finden sich ausführliche Darstellungen zu den Implikationen der “neuen” kriminologischen Strömungen auf das System der sozialen Arbeit, Strafverfolgung und Strafvollstreckung (Viktimiologie, Diversion, Abolitionismus, Täter-Opfer-Ausgleich).

Schwind KriminologieHans-Dieter Schwind: Kriminologie: Eine praxisorientierte Einführung mit Beispielen
Das Buch Kriminologie: Eine praxisorientierte Einführung mit Beispielen, das aktuell in der 19. Auflage vorliegt, zeichnet sich durch ein Fülle von Beispielen, Illustrationen und Zeitungsausschnitten aus, unter deren Zuhilfenahme Kriminalitätstheorien und -arten veranschaulicht werden sollen.
Das Buch bietet einen schönen Überblick über Themen und Theorien der Kriminologie und ist leicht verständlich geschrieben. Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen theoretischen Konzepten ist das Überblickswerk jedoch weniger geeignet, da die sehr große Fülle an Themen hier nur schlaglichtartig beleuchtet wird.

The Sage Dictionary of CriminologyEugene McLaughlin, John Muncie: The Sage Dictionary of Criminology

Von A wie Abolition bis Z wie Zero Tolerance, das englischsprachige Standard-Nachschlagewerk lässt nur wenige Fragen unbeantwortet

Charles Tittle - Theoretical Developments in CriminologyCharles R. Tittle: Theoretical Developments in Criminology

Eine gute und kompakte Übersicht über die prominentesten Kriminalitätstheorien bietet der Text von Charles R. Tittle, der kostenlos beim National Criminal Justice Reference Service verfügbar ist. Entgegen der ansonsten üblichen – an Professionen orientierten – Einteilung der verschiedenen Kriminalitätstheorien plädiert Charles R. Tittle für eine Einteilung der Theorien ausgehend vom Erklärungsgegenstand. So unterscheidet er zwischen den Erklärungsansätzen, die ansetzen bei:

  • individuellen Unterschieden im kriminellen Verhalten,
  • Unterschieden im Tatzeitpunkt – bezogen auf unterschiedliche Zeitpunkte in der Lebensspanne,
  • unterschiedlichen Kriminalitätsraten in Gesellschaften, Städten und Gemeinden, Nachbarschaften und sonstigen sozialpolitischen Einheiten,
  • Unterschieden, die auf soziale Situationen und den vermeintlichen Gewinn der kriminellen Handlung zurückzuführen sind.

Internetressourcen

Eine Auswahl weiterer Internetressourcen ist im Linkportal zusammengestellt.

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