Im Mutterland der Videoüberwachung und ASBO’s versteht man keinen Spaß, wenn es um situative Präventionsmaßnahmen geht und greift notfalls auch zur Kettensäge.

Nahe der Stadt Darwen in der englischen Provinz Lancashire wurde kurzerhand ein zwölf Hektar großes Waldstück abgeholzt, nachdem in einer Befragung zur Gesundheits- und Sicherheitslage (health and safety survey) das Waldstück als beliebter Treffpunkt der Dogging-Szene identifiziert wurde.

Der Begriff des Dogging wurde in den 70er Jahren geprägt und bezeichnete ursprünglich Hundebesitzer, die einen Spaziergang mit den Hunden im Park dazu nutzten, Parkbesuchern beim Sex im Freien zuzuschauen. Mittlerweile hat sich in Großbritannien eine eigenständige Dogging-Szene etabliert, in der sich Swinger und Exhibitionisten über einschlägige Seiten im Internet zum Sex in der Öffentlichkeit verabreden und sich dabei von Voyeuren beobachten lassen.

Als ordnungspolitisch und möglicherweise strafrechtlich relevante Implikationen dieser Sexualpraktiken werden die Belästigung nicht involvierter Personen, die Verschmutzung der öffentlichen Plätze, die Gefahr einer Übertragung von (Geschlechts-)Krankheiten und nicht zuletzt  sexuelle Nötigung und Vergewaltigung benannt.

This is an area of great concern given the high risk sexual activity taking place and anecdotal evidence suggesting that women have been drugged and forced into such activities. Even amongst women who willingly take part in the activity there is much anecdotal evidence that they sometimes become the object of unwanted  attention leading to acts which at least could be classed as assault and at worst rape. There is also a health aspect in regard to undertaking this activity. Anecdotal evidence suggests that condoms are not widely used within these multiple encounters and the risk of STDs is high.

(Richard Byrne: Setting the Boundaries – tackling Public Sex Environments in Country Parks. 2003: 4)

Im Fall des Governing through stripping (pun intended!) in Darwen waren diese schwerwiegenden Bedenken scheinbar weniger handlungsleitend; vielmehr stand der Verfall der Sexualmoral auf dem Spiel. So liest sich zumindest die Aussage des Leiters des örtlichen Neighbourhood Policing teams, Sergeant Mark Wilson:

It’s an on-going problem and very worrying for members of the public. It’s far too early to tell if cutting the trees back has had any impact on the dogging situation, but we’ll be paying regular attention to the area.

(zitiert nach: Lancashire Telegraph)

Ob die Dogging-Szene von Darwen nach der Abholzung der 6.000 Bäume jetzt auf innerstädtische Parkplätze ausweicht oder aber ob die Sexualerziehung fußt und Sexualakte ausschließlich nur noch innerhalb der eigenen vier Wände praktiziert werden, ist indes nicht bekannt.



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