Waffenhändler Schünemann
Das niedersächsische Innenministerium hat in Chargen von einigen tausend Exemplaren seit dem vergangenen Jahr über 13.000 ausgediente Polizeiwaffen für 2,8 Millionen Euro verkauft.
Aus rein rechnerischer Sicht ist der Verkauf nicht zu beanstanden, da Gelder, die für die Vernichtung von Waffen hätten aufgebracht werden müssen, gespart und stattdessen die Verkaufserlöse eingenommen werden.
Kriminalpräventiv und politisch ist die Aktion fragwürdig. Vor kurzem debattierte der deutsche Bundestag über ein Verbot des Spieles Paintball, weil es einen gefährlichen Einfluss auf mögliche Amoktaten haben könnte. Spätestens seit dem Amoklauf in Erfurt wird die Notwendigkeit von Waffen, mit denen im Gegensatz zu Paintball tatsächlich Menschen getötet werden können, im Privatbesitz diskutiert.
Natürlich ist der die Waffe bedienende Mensch das Problem, aber gerade bei den möglichen Schäden (tödliche Verletzungen, Amoktaten, Bedrohung von Menschen bei Überfällen), die durch Waffen angerichtet werden können, ist ein Verbot von Waffen in privater Hand eine mögliche Präventionsstrategie.
Dass ein Law-and-Order-Mann wie Innenminister Schünemann, der gerne die verdachtsunabhängige komplette Überwachung seiner Mitbürger einführen würde, potentielle Tatwaffen unter das Volk streut, mutet höchst seltsam an….
Quelle: Braunschweiger Zeitung v. 20.06.2009
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2 Kommentare zu Waffenhändler Schünemann
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Dem kann ich nur beipflichten. Ist ein Skandal und Schünemann wäre sicherlich sehr froh, wenn über derartige Mißstände nicht berichtet würde. Zum Glück wird nun darüber ausgiebig berichtet. Ein Politmagazin in der ARD brachte dazu auch einen Betirag. Leider weiss ich nicht mehr, welches Magazin es war. Kontraste, Monitor oder Fakt. Müsste man noch mal recherchieren. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein.
[...] vor zwei Wochen berichtet (s. “Waffenhändler Schünemann“, Beitrag v. 22.06.2009), hat das Innenministerium des Landes Niedersachsen, vertreten durch [...]