Anti-Doping Kontrollen im Leistungssport
“Ich bin sauber.” Klar. Was soll er sonst in die Welt hinaustwittern? Wahrscheinlich ist es Lance Armstrong egal, ob man ihm glaubt [Quelle: http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/ein-leben-fuer-den-sport/]
Die Glaubwürdigkeit des Spitzensports steht seit langem in Verruf, denn fast täglich berichten Zeitungen von Doping Vorfällen. Um diesem allgegenwärtigen Misstrauen und der Anwendung unlauterer Methoden entgegen zu wirken, wurde von der Welt Anti-Doping Agentur eine Datenbank eingerichtet, in der Spitzensportler im Voraus für jedes Quartal ihre Aufenthaltsorte für zufällige Kontrollen angeben müssen. Darüber hinaus müssen alle Athleten seit Anfang diesen Jahres für jeden Tag eine Stunde angeben, in der sie für Doping-Kotrollen zur Verfügung stehen.
Über dieses Thema wird seit geraumer Zeit heiß debattiert. Einige Sportler begrüßen diesen Schritt durchaus, um faire Bedingungen in Training und Wettkampf sicher zu stellen. Die schwedische Mehrkämpferin, Carolina Klüft, spricht sich sogar für ein GPS-System aus, das eine Totalüberwachung der Athleten ermöglichen soll. Auf der anderen Seit gehen jedoch zahlreiche Athleten gegen die neuen Maßnahmen an. Sie fühlen sich kriminalisiert und diskriminiert, da auch saubere Sportler unter Generalverdacht gestellt werden.
Scharfe Kritik an den neuen Bestimmungen der Anti-Doping Agentur kamen auch von den führenden Organen der FIFA und UEFA, da Mannschaftssportler, im Gegensatz zu Individualsportlern, an ihren Trainingsstätten leicht aufzufinden seien. Nicht zu Letzt deshalb bezeichnete Michael Ballak die neuen Richtlinien als unverhältnismäßig und massive Eingriffe ins Privatleben.
Juristin Berninger kann den Ärger der Athleten verstehen. “Wir finden es furchtbar und es tut uns leid, so etwas schränkt die Bewegungs- und Handlungsfreiheit ein”, sagt sie, aber es müsse sein, “denn es schützt schließlich auch Leib und Leben der Sportler.” Viele seien durch Medikamentenmissbrauch krank geworden. Auch gehe es um die Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung des Sports. [Quelle: http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/seid-bereit-immer-bereit/]
An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, ob ein derartiger Eingriff in die Privatsphäre mit all seinen gut gemeinten Aspekten nicht doch die Grenze zur totalen Überwachung überschritten hat und, ob sich eine derartige Situation mit Menschenrechten vereinbaren lässt. Eine EU-Arbeitsgruppe (“Artikel 29″) gab kürzlich bekannt, dass die neuen Maßnahmen der Welt-Doping Agentur gegen geltendes EU-Recht verstoßen und fordert daher Nachbesserungen. Auch die Frage, wie mit den gespeicherten Daten umgegangen werden muss, verbleibt noch im Unklaren.
[Quelle: http://www.zeit.de/online/2009/13/doping-fussball-uefa-fifa-meldesystem-ballack]
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