KFN stellt Ergebnisse einer Repräsentativerhebung zum Thema Jugendgewalt vor
Prof. Dr. Christian Pfeiffer gehört ohne Zweifel diese Tage zu den meistbeschäftigsten Kriminologen in Deutschland. Nicht nur, dass er seit Tagen als Experte zum Thema Amoklauf an Schulen von Talkshow zu Talkshow reist, gestern stand zudem noch ein Termin mit Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble auf der Berliner Bundespressekonferenz an. Dort wurde der erste Teil des Abschlussberichts zu einer Repräsentativerhebung zum Thema Jugendgewalt vorgestellt.
Dirk Baier, Christian Pfeiffer, Julia Simonson & Susann Rabold:
Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt : Erster Forschungsbericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN (KFN-Forschungsbericht ; Nr. 107)
Insgesamt wurden für dieses Forschungsprojekt über 44.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe aus 61 deutschen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten befragt. Diese Daten wurden ergänzt durch Ergebnisse aus Längsschnittstudien, die das KFN seit 1998 regelmäßig an deutschen Studien durchführt.
In der jetzt veröffentlichten Dunkelfeldstudie werden durch multivariate Analysemodelle der Einfluss verschiedenster Faktoren (wie Alkohol- und Drogenkonsum, Gewalterfahrung im Elternhaus, Nutzung Gewalt verherrlichender Medien, Schulform, Migrationshintergrund u.v.m.) auf Gewalterfahrungen Jugendlicher überprüft. Dabei analysieren die Autoren sowohl Bedingungen für Täterschaft als auch die Risiken für eine Viktimisierung Jugendlicher.
Für einen ersten Überblick emphiehlt sich die Lektüre der Kurzusammenfassung der Studienergebnisse; der komplette Abschlussbericht steht auf der Intersseite des KFN zur Verfügung.
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2 Kommentare zu KFN stellt Ergebnisse einer Repräsentativerhebung zum Thema Jugendgewalt vor
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Guten Tag, ich habe ein paar Fragen zur aktuellen Schülerbefragung.
Inwieweit gibt es in der wissenschaftlichen Literatur Kritik an der Methodik von Herrn Prof. Pfeiffer, speziell zu den Gewalt-Studien, bzw. eine generelle wissenschaftliche Diskussion über die richtigen Methoden zur Erforschung von Gewalt (unter Jugendlichen).
Gibt es andere wissenschaftliche Methoden als per Fragebogen in einer Klasse, um Jugendgewalt zu untersuchen?
Ist in solchen Klassen-Befragungen auch berücksichtigt, dass Schule ein Ort der Gewalt ist und sich Opfer und Täter beim Ausfüllen des Fragebogens in einem Raum befinden? Welche Folgen hat dies auf die Beantwortung?
Wird in den entsprechenden Studien auch berücksichtigt, dass eine Gewalttat von vor 20 Jahren u.U. etwas anderes als heute sein bzw. anders empfinden werden könnte? (Früher wurden vielleicht schon Schläge gegen den Bauch als Gewalttat empfunden, heute gehört das vielleicht zur Normalität und man empfindet z.B. erst ausgeschlagene Zähne oder Knochenbrüche als richtige Gewalttat – oder gerade umgekehrt.)
Gibt quantitative und qualitative Maße der Gewalt, um zu schlussfolgern, wann Gewalt quantitativ und qualitativ “zu viel” (für die Einzelperson als Täter und Opfer, für eine kleine Gruppe, für eine große Gruppe=Gesellschaft) ist? (Wenn z.B. die Gewalttaten um 2% rückläufig wären, wäre es immer noch ein großes Leid. Aber der Rückgang suggeriert einen “Erfolg”.)
Wie schneidet Deutschland in Bezug zu anderen Ländern bzgl. der Jugendgewalt ab?
[...] dem Forschungsbericht 2009 (hier die entsprechende Meldung auf Criminologia) ist die jetzt vorgelegte Publikation, die zweite [...]