Orwell lässt grüßen
Wir schreiben das Jahr 1984…. pardon 2008. Der Stern berichtet darüber dass, der Lebensmittel-Discounter LIDL seine Mitarbeiter mindestens 7 Monate mittels Videoüberwachung bespitzelt hat. ‘Klar’, wird man sich sagen, ‘es ist doch ersichtlich, dass der Laden zur Verhinderung von Diebstahl technisch überwacht wird’. Das mag zutreffen, doch gehen die Überwachungen weit darüber hinaus. Die Überwachungsprotokolle, die in Zusammenarbeit mit Detekteien herausgekommen sind, sind erschreckend “detailliert” (man könnte auch penibel dazu sagen) und können einer tragischen Komik nicht entbehren. So sind u.a. Beobachtungen zu finden wie:
Frau M. ist an beiden Unterarmen tätowiert, diese sehen jedoch mehr nach Marke “Eigenbau” aus, für, insbesondere ältere Kunden, könnten diese auch als Gefängnis-Tättowierungen gedeutet werden. Man sollte Frau M. anweisen, die Unterarme während der Arbeitszeit, insbesondere an der Kasse, bedeckt zu halten.
Ein Video dazu gibt es hier. Sehr interessant sind zudem die Überwachungsprotokolle; ich frag mich dabei immer was für Menschen derartige Aufzeichnungen erstellen…
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Das Thema “Lidl” wurde in Kollegenkreisen “heftig” diskutiert und leider hatte man nur über Dritte Informationen zum Detektiveinsatz bei Lidl. Der Öffemtlichkeit meist nicht bekannt, wird in den Darstellungen nicht zwischen Kaufhausdetektiven und klassischen Detektiven unterschieden. In Kaufhäusern und bei Lebensmitteldicountern werden üblicherweise Kaufhausdetektive mit konkreten Zielsetzungen im Bereich “Ladendiebstahl” eingesetzt. Die Honorare für die Bewachungskräfte liegen meist zwischen 12-24 EUR pro Stunde und MA. Da bleibt nicht selten die Qualität auf der Strecke.
Die in der Presse zitierten Passagen aus den Detektivberichten sind nicht symptomatisch für allgemein übliche Einsätze von privaten Ermittler.
Heute ist Lidl Fördermitglied des Bundesverband Deutscher Detektive und ist bemüht an der Qualitätssicherung des BDD mitzuwirken.